DIE ERDE
Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde

Rezensionen 2000-2002

An dieser Stelle möchten wir Ihnen ausgewählte neue Literatur aus den Jahrgängen 2000-2002 mit einer kritischen Beurteilung von fachkundigen Rezensenten vorstellen. Die Titel sind in der Reihenfolge ihres Erscheinens in der Printausgabe gelistet (neueste zuoberst). Zum Lesen der Buchbesprechung einfach auf den Autor klicken.

Niemann, Steffen: Wasserversorgung und Wasserverwendung in Namibia (2/2002)

Riedl, Andreas: Virtuelle Globen in der Geovisualisierung (2/2002)

Kraus, Helmut: Die Atmosphäre der Erde (2/2002)

Klitzsch, Eberhard und Ulf Thorweihe (Hrsg.): Nordost-Afrika (2/2002)

Hüser, Klaus et al.: Namibia (2/2002)

Kremer, Silke: Verkehrsreduzierung durch Speditionskooperationen und Vernetzungsstrategien (2/2002)

Lentz, Sabine: Rechtspluralismus in den Northern Areas, Pakistan (2/2002)

Lenz, Karl: Kanada (1/2002)

Ostertag, M. P.: Globalisierung unter Aspekten der Wirtschaftsgeographie (1/2002)

Halves, J.-P.: Call Center in Deutschland (1/2002)

Ratusny, A.: Entwaldung und Aufforstung in Neuseeland. (4/2001)

Manderscheid, A.: Lebens- und Wirtschaftsformen von Nomaden im Osten des tibetischen Hochlandes.(4/2001)

Ratter, Beate M. W.: Natur, Kultur und Komplexität. Adaptives Umweltmanagement am Niagara Escarpment in Ontario, Kanada (3/2001)

Siegmund, A.: Das Klima der Baar (3/2001)

Reuber, P.: Raumbezogene politische Konflikte. (1/2001)

Klimburg, Max: The Kafirs of the Hindu Kush. (1/2001)

Stellrecht, Irmtraud und Hans-Georg Bohle (Hrsg.): Transformation of Social and Economic relationships in Northern Pakistan. (1/2000)

Gutschow, Niels: The Nepalese Caitya (1/2000)

Haubrich, Hartwig u.a.: Didaktik der Geographie konkret (1/2000)

 

 

Niemann, Steffen: Wasserversorgung und Wasserverwendung in Namibia. Nutzungstraditionen als Grundlage eines nachhaltigen Ressourcenverbrauches im ehemaligen Owamboland. – Hamburg: Institut für Afrika-Kunde 2000. – Hamburger Beiträge zur Afrika-Kunde 61. – 251 S. – ISBN 3-928049-68-2; ISSN 0440-1670

Es handelt sich um eine Dissertation, die im Graduiertenkolleg ‘Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung in Afrika’ an der Universität Würzburg entstand. Das Owamboland ist traditionell der dichtbesiedeltste Raum Namibias. Trotz der im Norden Namibias relativ hohen Niederschläge kann das Owamboland allenfalls als semihumid bezeichnet werden, wobei starke regenzeitliche Niederschläge mit Überschwemmungen und Schichtfluten auch Trockenperioden gegenüberstehen können, in denen die Wasserversorgung für Mensch und Wirtschaft schwer wird. – Zunächst wird ein landeskundlicher Überblick, Schwergewicht Physiogeographie, gegeben – mit Fokus auf die Wasserakquisition und -nutzung. In diesem Zusammenhang spielen nicht nur die Bevölkerungszahl und ihr rapides Wachstum, sondern auch die Traditionen innerhalb des Owambolandes und über die Grenzen hinweg eine große Rolle. Die zwei folgenden Hauptkapitel beschäftigen sich mit den Rahmenbedingungen von Traditionen der Wassernutzung im Owamboland sowie deren Bedeutung als Planungsinstrument im Norden Namibias. Schon im Methodikkapitel, das wie auch in anderen Dissertationen relativ breit angelegt ist, wird der humanökologische Ansatz deutlich. Quellenauswertung, vor allem aber Befragung bilden die wesentlichen Arbeitstechniken. Die zahlreichen Fußnoten zeigen, dass auch eine inzwischen existierende umfangreiche Literatur ausgewertet wurde. Dem Autor gelingt es, den fast undurchschaubaren Komplex von Tradition, ethnischer Vielfalt, Landvergabepolitik, Problematik der Vorratswirtschaft und den damit im Zusammenhang stehenden politischen Risiken sachgerecht und überzeugend darzustellen. Es wird gezeigt, dass Entwicklungspolitik vor Ort, ob sie nun auf Nachhaltigkeit gerichtet ist oder nicht, außerordentlich schwer zu realisieren ist und die Bevölkerung wahrscheinlich noch länger auf konsolidierte Wasserversorgungs- und Wassernutzungsverhältnisse warten muss. Es werden Ideen für eine Kombination traditioneller und moderner Wassernutzungsformen aufgezeigt. Es wird zudem dokumentiert, dass mit den immer weiter vorangetriebenen technischen Lösungen (Fernwasserleitungssysteme) die Probleme vor Ort nicht unbedingt zu lösen sind, weil dies diametral dem Bewusstsein der Bevölkerung über Wasserverwendung und Wasserbeschaffung gegenüber steht. Die Arbeit ist trotz der Materialfülle in einer klaren und verständlichen Sprache geschrieben und daher außerordentlich übersichtlich. Sie macht klar, dass auch ein so anscheinend eindeutig einzugrenzendes Problem wie die Wasserversorgung und Wassernutzung in einen ökologischen, ökonomischen, psychologischen und politischen Kontext eingebettet ist, dessen Komplexität nicht einfach aufgelöst werden kann. So gesehen repräsentiert diese Dissertation und deren Aussage ein typisches Beispiel regionaler humanökologischer Situationen Afrikas südlich der Sahara. Zugleich wurde dem Rezensenten bewusst, dass viele humanökologische Probleme ohne die Methoden der empirischen Sozialforschung einfach nicht anzugehen sind. Fazit: Eine saubere Regionalstudie, die einen wichtigen Beitrag zur Landeskunde Namibias leistet.

Hartmut Leser (Basel)

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Riedl, Andreas: Virtuelle Globen in der Geovisualisierung. Untersuchung zum Einsatz von Multimediatechniken in der Geokommunikation. Mit einem Nachwort von Ingrid Kretschmer: Globenforschung in Österreich. – Wien: Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien 2000. – Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 13. – 140+16 S., 109 Abb., 9 Tab. – ISBN 3-9000830-41-X

Die Arbeit ist eine ideenreiche, anregende Studie über die Ziele, Möglichkeiten und noch bestehenden Grenzen der inhaltlichen und technischen Gestaltung von multimedialen virtuellen Globen, die zahlreiche neue Möglichkeiten der Präsentation und Nutzung von Abbildungen unserer Erde aufzeigt. Nach einer kurzen begrifflichen Einführung untersucht der Autor zunächst die Arten und Anwendungen, Vor- und Nachteile der analogen Globen und entwickelt aus zehn bewerteten Eigenschaften das Profil traditioneller Globen. Sehr ausführlich stellt der Autor dann die allgemeinen Grundlagen zu Multimediatechniken in der Geokommunikation vor: Computer, Internet, Medienkomponenten (Text bis Animation), Interaktivität, Interface-Design und Virtual Reality; er bewertet sie für die Entwicklung virtueller Globen, insbesondere seines eigenen Hyperglobus. Zunächst aber legt er das allgemeine Potential virtueller Globen dar. Zusammenfassend kontrastiert er die Eigenschaften dieser neuen (idealen) virtuellen und der (denkbaren) taktilen Hypergloben mit den traditionellen Globen in vergleichenden Globenprofilen. Dann beschreibt der Autor im wichtigsten fünften Kapitel seine ‘Konzeptionierung und Umsetzung eines Hyperglobus’, von der Entwicklungsplattform über die Benutzer-Schnittstellen bis zur Prototypisierung der Interface-Elemente. Viele gute Abbildungen zeigen die zahlreichen Interaktions-Möglichkeiten zur Darstellung von Räumen, Themen und Entwicklungen, vom Drehen, Rotieren und Zoomen des Globus, von Themenkombinationen, -überlagerungen und -vergleichen, von Planeten- und Mondgloben, von Gestaltungsvariationen und Einsatzmöglichkeiten. Die Schlussbetrachtung endet in einem euphorischen Ausblick auf weitere Entwicklungen und Anwendungen multimedialer, interaktiver virtueller Globen. – Die Abbildungen sind überzeugend, der Text ist wegen der willkürlichen deutsch-englischen Sprachmischung, vieler komplizierter Satzkonstruktionen und häufiger Wiederholungen nicht sehr leserfreundlich. Insgesamt jedoch ist die Studie ein innovatives Plädoyer für die kreative Entwicklung spezieller kartographischer Abbildungen für die zukünftige multimediale Kommunikation raumbezogener Daten und Informationen zum Verständnis globaler Probleme und Strategien.

Ulrich Freitag (Berlin)

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Kraus, Helmut: Die Atmosphäre der Erde. Eine Einführung in die Meteorologie. Berlin et al.: Springer, 2. Auflage 2001. – XXII u. 470 S., 196 Abb., 1 farb. Klimakarte. – ISBN 3-540-41844-X

Der Autor gliedert sein Buch in sechs Hauptkapitel, die mit ‘Grundlagen’, ‘Meteorologische Elemente’, ‘Thermodynamik und Wolken’, ‘Dynamik der Atmosphäre’, ‘Synoptische ‘Meteorologie’ und ‘Klimatologie’ überschrieben sind. Im Einleitungskapitel werden die moderne Skalendenkweise, Klima als System sowie verschiedenen Definitionen von Wetter, Witterung und Klima behandelt. Zwei Satellitenbilder dienen als Blickfang. Bei den meteorologischen Elementen beginnt der Autor mit dem Luftdruck und geht dann zu Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit und Strahlung über. Bei einigen Elementen, allerdings nicht durchgängig, werden auch Messinstrumente und -verfahren vorgestellt. Besonders lesenswert ist die detaillierte Ableitung der Strahlungsgesetze. In diesem Kapitel sind auch zahlreiche Diagramme und Karten zu den Strahlungsströmen und zur Strahlungsbilanz eingefügt, meist sogar aus erster Hand und deswegen besonders instruktiv. Zentral sind die Kapitel zur Thermodynamik und Dynamik der Atmosphäre sowie zur Synoptischen Meteorologie. Die starke mathematische Durchdringung insbesondere dieser Kapitel mag das Verständnis erschweren, ist jedoch für eine vertiefte Behandlung sicher unverzichtbar. Bei den Ausführungen zu den Wolken würden einige Illustrationen die Anschaulichkeit verbessern. Neu sind die durch Reanalyse globaler atmosphärischer Felder erzeugten hemisphärischer Luftdruckkarten. Lesenswert ist die ausführliche Abhandlung der adiabatischen Prozesse, insbesondere aber die Erklärung der Zyklo- und Frontogenese, welche die klassische Polarfronttheorie ablöst bzw. weiterentwickelt. Einzig und allein das Kapitel zur Klimatologie, eingangs noch als sehr wichtiges Teilgebiet der Meteorologie bezeichnet, ist enttäuschend. Weder erscheint die formelhafte Ableitung noch der Einbezug von Klimatabellen und schon gar nicht die Beschreibung von Klimadiagrammen nach Walther und Lieth dem Gegenstand angemessen. Auch die am Ende eingefügte Klimakarte von Köppen und Geiger ist sicher nicht state of the art. Die Erwähnung der Klimaänderungen auf den allerletzten sechs Seiten bzw. nur sechs Zitate zu diesem Kapitel im Literaturverzeichnis belegen, dass diese Fragen dem Autor nicht so wichtig waren. Die bemerkenswerte Aufgabensammlung am Ende des Buches zeigt seine Entstehung bei den vieljährigen Lehrverpflichtungen des Autors. Zusammenfassend ist ein profundes, klassisch konzipiertes Lehrbuch – und weniger eine Einführung in die Meteorologie – für mathematisch versierte Leser entstanden.

Wilfried Endlicher (Berlin)

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Klitzsch, Eberhard und Ulf Thorweihe (Hrsg.): Nordost-Afrika: Strukturen und Ressourcen. Ergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich ‘Geowissenschaftliche Probleme in ariden und semi-ariden Gebieten’. – Weinheim et al.: Wiley-VCH 1999. – XXII, 676 S., Ill., graph. Darst., Kt. – ISBN 3-527-27724-2

Der vorliegende Band gibt einen sehr guten Überblick über die Ergebnisse des Sonderforschungsbereichs 69. Dieser in seiner Art einmalige SFB hat über die Jahre seines Bestehens trotz aller aufgetretenen Schwierigkeiten die einmal gesteckten Ziele erreicht und eine Fülle neuer Erkenntnisse gebracht, die in einer großen Zahl von Publikationen vorgelegt worden sind. Im Schlussbericht sind in 16 Kapiteln die wichtigsten Ergebnisse systematisch geordnet niedergelegt worden. Ein wesentlicher Beitrag zum Bericht ist das von E. Klitzsch geschriebene Eingangskapitel, in dem er die Ziele des SFB in knapper Form vorstellt und dann auf die Probleme und Schwierigkeiten des SFB eingeht – eine wichtige und spannende Darstellung, die zukünftigen Antragstellern eines SFBs zur Lektüre empfohlen werden kann. In den Kapiteln 2 bis 7 werden die Ergebnisse der Grundlagenforschungen mit dem Ziel, globaltektonische Ereignisse und deren Auswirkungen auf einen Kraton zu klären, aus geologischer, sedimentologischer, paläontologischer und geophysikalischer Sicht dargestellt. In den Kapiteln 8 und 9 steht die Erforschung von Lagerstätten im Mittelpunkt der Ausführungen. In den folgenden Kapiteln werden die Ergebnisse zu einem weiteren Ziel des SFB, pragmatisch zur Nutzung der ariden und semiariden Räume beizutragen, vorgestellt. Als wichtigste Ressource ist für die Untersuchungsgebiete das Wasser zu sehen; daran schließen sich Fragen der nachhaltigen Nutzung an. So sind aufbauend auf den Erkenntnissen aus den erarbeiteten geologischen Grundlagen die folgenden Kapitel den pleistozänen Umweltbedingungen und den Drainagesystemen in der Ostsahara gewidmet. Eng damit verbunden ist die Erforschung der Klimageschichte dieses Raumes und ihre Beziehung zum Wasserhaushalt der Region. Als wichtiges Arbeitsmittel hat sich dabei neben der Geländearbeit die Nutzung der Fernerkundung herausgestellt, mit deren Hilfe ein umfangreiches Kartenmaterial erarbeitet wurde, das zum größten Teil in vorbildlicher Weise publiziert worden ist. Aus der im Band enthaltenen Aufstellung der ca. 350 im Sonderforschungsbereich produzierten Karten des nordost-afrikanischen Raums wird das weite Spektrum der Forschungen ersichtlich. Für den kartographisch interessierten Leser sind Angaben über Technik und Gestaltung der Karten mit Ausschnitten verschiedener Kartentypen im letzten Kapitel des Bandes zu finden. Es ist nicht leicht die Fülle der Ergebnisse des Sonderforschungsbereichs auch nur annähernd wiederzugeben. Der Rezensent kann nur auf die Aufstellung verweisen, die der langjährige Sprecher des SFB im Eingangskapitel in 10 Punkten gegeben hat. Die dabei gewählte Unterscheidung nach Ergebnissen in der Grundlagenforschung und deren Bedeutung für praktische Fragen der Landesentwicklung macht deutlich, mit welcher Strategie und Zielsetzung der SFB gearbeitet hat. Hervorgehoben gehört ein wichtiges Ergebnis, das sich auf die Arbeit und die Aus- und Weiterbildung der beteiligten Wissenschaftler bezieht. So haben viele Mitarbeiter im Verlauf der Arbeiten Fähigkeiten zu fachübergreifendem Denken, zu entsprechender erweiterter Urteilsfähigkeit und der damit verbundenen Einordnung und auch Relativierung der wissenschaftlichen Bedeutung von Teildisziplinen erworben oder verbessert. Dieses kommt in allen Kapiteln des Abschlussberichtes deutlich zum Ausdruck. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass von den ca. 120 Doktoranden des SFB über 30 aus afrikanischen Ländern stammen. Der Abschlussbericht gibt dem Leser einen sehr guten Überblick über die Arbeitsweise, die Probleme und die Ergebnisse des SFB. Bei aller Individualität der einzelnen Berichterstatter geht der ‘Rote Faden’ nicht verloren und zeigt die enge Zusammenarbeit in den einzelnen Arbeitsgruppen. Dadurch wirkt der Bericht als ganzes sehr geschlossen und verführt zum Weiterlesen von Kapitel zu Kapitel. Dieses schließt jedoch nicht aus, dass der an einer bestimmten Disziplin oder Frage interessierte Leser im jeweiligen Kapitel umfassend informiert wird. Ein rundum gelungener Bericht, der sicherlich Maßstäbe setzt. Eine kleine Kritik sei abschließend angebracht: Der Rezensent vermisst eine Bibliographie der im Rahmen des SFB erschienenen Publikationen, wie sie für die erarbeiteten Karten im Bericht vorgelegt worden ist. Eine dadurch bedingte Erweiterung des Umfangs hätte man zu Gunsten eines für den Außenstehenden erleichterten Zugangs zu den Publikationen des SFB gern in Kauf genommen.

Horst Hagedorn (Würzburg)

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Hüser, Klaus, Helga Besler, Wolf Dieter Blümel, Klaus Heine, Hartmut Leser und Uwe Rust: Namibia. Eine Landschaftskunde in Bildern. – Göttingen, Windhoek: Klaus Hess Verlag. – Edition Namibia 5. – 264 S., zahlreiche Fotos und Abb. – ISBN 3-933117-14-3

Im Mittelpunkt des Bildbandes stehen die vielfältigen und faszinierenden Naturräume Namibias, die der Tourismusbranche des seit 1990 unabhängigen Staates hohe Zuwachsraten bescheren. In einigen Beispielen werden zudem auch Einflüsse des Menschen auf die empfindlichen Ökosysteme dieses Trockenraumes erläutert. Die Autoren, fünf Professoren und eine Professorin der Geographie, sind allesamt ausgewiesene Kenner Namibias. Alle haben sie wissenschaftlich in dem Land gearbeitet und es, nach eigenem Bekunden, auf vielen Reisen lieben gelernt. Jeder der 93 Einzelbeiträge behandelt eine typische Landschaft oder ein für die Region charakteristisches Naturphänomen anhand eines ganzseitigen Fotos und eines erläuternden Textes. Weitere kleinformatige Farbaufnahmen sowie Karten, Schemazeichnungen und Landschaftsskizzen dienen der Veranschaulichung und erleichtern das Verständnis. Getreu dem Motto ‘Man sieht nur, was man weiß’ richtet sich das Buch an Leser, die nicht nur die Schönheit der namibischen Landschaften bestaunen, sondern auch die Geschichte ihres Werdens kennen lernen wollen. Die Lektüre des Buches ist für jeden ein Gewinn, der sich von dem einen oder anderen Fachausdruck nicht abschrecken lässt – zumal sich die Autoren bemüht haben, schwierige Begriffe zu erläutern. Experten finden in den gut beschriebenen Einzelbeispielen mit all ihren Erläuterungen und dargestellten Hintergründen ein hervorragend lesbares Kompendium zur Physischen Geographie eines Trockenraumes wie Namibia. Der mit einem Index topographischer Angaben sowie einem umfangreichen Literaturverzeichnis abgerundete Bildband bietet eine Fülle fundierter und packender Informationen zur Geographie einer der am dünnsten besiedelten Regionen der Erde. Zugleich vermag das Buch den Blick des Betrachters zu schärfen und den Reisenden für die Ästhetik der kargen namibischen Landstriche zu sensibilisieren. Die hervorragende Qualität der Fotos macht aber auch das Blättern zu Hause zu einem Vergnügen.

Peter Wittmann (Stuttgart)

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Kremer, Silke: Verkehrsreduzierung durch Speditionskooperationen und Vernetzungsstrategien. Raumbezug und Folgewirkungen. – Aachen: Geographisches Institut der RWTH Aachen 2000. – Aachener Geographische Arbeiten 34. – VIII, 242 S., 21 Tab. – ISSN 0587-4068

Angesichts eines ständig steigenden Verkehrsaufkommens verstärkt sich der Druck auf Politik und Wissenschaft, Ansätze zu entwickeln, die diesem Wachstum entgegensteuern und dadurch für Mensch und Umwelt eine Entlastung herbeiführen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Entwicklung im Güterverkehr und der zunehmenden Verlagerung des Gütertransportes auf die Straße. Wurden in Deutschland in den 50er Jahren erst rund 50% der Gütertransporte mit dem Lkw durchgeführt, so liegt dieser Anteil heute bereits bei 70%, ohne dass eine Umkehr der Entwicklung absehbar wäre (Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln 11, 15.3.2001). Vor diesem Problemhintergrund ist am Geographischen Institut der RWTH Aachen eine Dissertation entstanden, die sich mit der Frage auseinandersetzt, ob Kooperationen und Vernetzungsstrategien als organisatorische Optimierungen im Transport- und Logistikgewerbe eine Reduzierung des Verkehrs bewirken können. Dabei konzentriert sich die Autorin Silke Kremer auf die Untersuchung von Speditionskooperationen, d.h. von Kooperationen, deren geschäftliches Beziehungsgefüge vertraglich geregelt und mit einer gemeinsamen Kapitalbereitstellung verbunden ist. Der hauptsächliche Aktionsraum der untersuchten Kooperationen ist Deutschland. Als maßgebliche Faktoren, von denen ein Einfluss auf die Reduzierung des Verkehrs erwartet werden darf, vermutet Kremer die Organisation des Güteraustauschs sowie die Standortwahl der Güterverkehrskooperationen, und hier insbe-sondere den Standort der Hauptumschlagsbasis der Güter. Anhand der Befragung von 19 der insgesamt 33 Speditionskooperationen in Deutschland wird deutlich – was so auch erwartet worden war –, dass sowohl die Standort- als auch die Kooperationsentscheidungen in den Unternehmen ausschließlich unter betriebswirtschaftlichen und marktstrategischen Gesichtspunkten getroffen werden. Demnach werden diese Entscheidungen von zwei Leitfragen beherrscht: (1) Welcher Standort erlaubt den schnellstmöglichen Güteraustausch zwischen den kooperierenden Speditionen? und (2) Welche Standorte sollten von den Partnern in Speditionskooperationen abgedeckt werden? Die Antwort für den optimalen Standort des Güteraustausches ist eng verknüpft mit der Frage nach der Organisation dieses Austausches. Im Rahmen eines Hub-and-Spoke-Systems, mit dem über zwei Drittel der befragten Kooperationen ganz oder teilweise arbeiten, erweist sich der nordhessische Raum aufgrund seiner zentralen Lage innerhalb Deutschlands als bevorzugter Standort für die Hauptumschlagsbasis im Lkw-Güterverkehr, und zwar weitgehend unabhängig von der Art der transportierten Güter. Gleichzeitig sind hier in einem überwiegend ländlich strukturierten Raum in größerem Umfang Flächen als Mikrostandorte verfügbar, auf denen die Speditionen ohne Einschränkung ihren Güterumschlag durchführen können, der überwiegend in den Nachtstunden erfolgt und durch die An- und Abfahrt der Lkw auch eine größere Lärmbelästigung mit sich bringt. Mit der Auswahl dieser Standorte verbindet sich auch eine Erschwernis für die Kombination des Lkw-Verkehrs mit dem Bahntransport, da direkte Bahnanschlüsse vielfach fehlen. Allerdings muss wohl ohnehin davon ausgegangen werden, dass angesichts der schwierigen zeitlichen Abstimmung zwischen Lkw und Bahn und der fehlenden Flexibilität der Bahn bei der Fahrplangestaltung eine stärkere Verzahnung zwischen Schienen- und Straßentransport zumindest bei den untersuchten Speditionskooperationen in absehbarer Zeit nicht zustande kommen wird. Hinsichtlich der Auswahl der Partner orientieren sich die Kooperationen vor allem an dem Ziel, eine möglichst weitgehende Abdeckung des Marktgebietes ‘Deutschland’ herzustellen. Folglich befindet sich der Standort der Partnerunternehmen überwiegend in dichter besiedelten Räumen, d.h. in Räumen mit einer entsprechenden Nachfrage nach Transportdienstleistungen. Welche Konsequenzen ergeben sich nun aus diesen unternehmerischen Entscheidungen für eine mögliche Verkehrsreduzierung? Tatsächlich kann die Arbeit darauf – und dies ist für die Leserin bzw. den Leser angesichts des Titels der Arbeit durchaus frustrierend – keine Antwort geben. Als Grund nennt Kremer vor allem die fehlenden Daten, was insbesondere im Hinblick auf Daten zur Fahrleistung der eingesetzten Fahrzeuge gilt. Immerhin unternimmt die Autorin den Versuch, alternative methodische Wege zu finden, um die verkehrlichen Wirkungen der Speditionskooperationen zu ermitteln. Allerdings erlaubt auch die Betrachtung der zeitlichen Veränderung in der LKW-bedingten Belastung der Autobahnstrecken im Umfeld der Hubs keine eindeutigen Aussagen. Feststellen lässt sich lediglich, dass im Zeitraum 1990-1995 zwar die Belastung der Autobahn in Nordhessen durch den Güterverkehr insgesamt zugenommen hat, für das unmittelbare Umfeld der Hubs ergeben sich aber keine überdurchschnittlichen Werte. Ohnehin leidet die Arbeit an einer mangelnden Übereinstimmung zwischen Titel und Inhalt. Dies zeigt sich bereits in der Anlage des Untersuchungskonzeptes. Denn die eigentliche Frage nach der potentiellen Verkehrsreduzierung tritt angesichts von Fragen nach Standortwahl, Standortbewertung und Kooperationsaufbau sehr in den Hintergrund. Enttäuschend ist deswegen auch die Tatsache, dass die Fragestellung aufgrund des Datenmangels keine Auflösung, auch keine Teilauflösung findet, da üblicherweise davon auszugehen ist, dass die Datenlage schon in einer frühen Bearbeitungsphase überprüft wird. – Unerfreulich ist für den Leser im übrigen auch die nachlässige Redaktion der Arbeit, in der man immer wieder über Fehler in Grammatik, Orthographie und Interpunktion stolpert. Lesenswert ist die Arbeit nichtsdestotrotz für diejenigen, die an einem Überblick über Organisationsmöglichkeiten im Transportgewerbe und über den Wandel der Rahmenbedingungen für diesen Wirtschaftszweig interessiert sind. Wer jedoch speziell auf das Thema ‘Verkehrsreduzierung im Güterverkehr’ neugierig ist, wird – abgesehen von den aufschlussreichen methodischen Hinweisen – etwas zu kurz kommen.

Barbara Lenz (Stuttgart)

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Lentz, Sabine: Rechtspluralismus in den Northern Areas, Pakistan. – Köln: Köppe 2000. – Culture Area Karakorum Scientific Studies 9. – 446 S., 20 Abb., 4 Karten. – ISBN 3-89645-159-6

Im Spektrum von dynamischem und verortetem Rechtspluralismus spannt Sabine Lentz einen thematischen Bogen auf, der sich zum Ziel setzt, sowohl Kultur als ein System von Regeln zu erfassen als auch den Strategien von Individuen gerecht zu werden. Worum geht es in der an der Bayreuther Juristischen Fakultät verteidigten Dissertation? In den Nordgebieten Pakistans treffen staatliches und nichtstaatliches, islamisches und indigenes, Gewohnheits- und lokales Recht aufeinander bzw. diese Rechtssysteme finden in unterschiedlichen Kontexten Anwendung. Das hat weitreichende Auswirkungen in allen Lebensbereichen. Beginnend mit dem völkerrechtlichen Status, der Position der Nordgebiete im pakistanischen Staat wird der Rahmen diskutiert, in dem sich Teilrechtssysteme ausbilden konnten. Aus kaschmirischer und britischer Kolonialzeit stammen Institutionen, die nach der Unabhängigkeit überprägt wurden und bis in die Gegenwart wirken. Das islamische Recht – sowohl als staatliche Institutionen prägendes als auch als nicht-staatliches – wird ebenso diskutiert wie das indigene Recht mit seinen tradierten Institutionen. Das Nebeneinander der drei Teilrechtssysteme und ihre Verflechtungen werden nachfolgend auf die Rechtsentwicklung in den Northern Areas projiziert und anhand dreier Rechtsgebiete exemplifiziert: Bodenrecht, Familien- und Erbrecht. Im Schlussteil werden Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren eines pluralen Rechtssystems einer kritischen Würdigung unterzogen. Sabine Lentz widmet sich damit diachron und auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen einem Themenkomplex, der in zahlreichen regionalen Studien häufig ausgeblendet wird bzw. zu kurz kommt. Der Rechtsrahmen, in dem unterschiedliche Rechtssysteme zur Anwendung gelangen, bietet die Bühne, auf der menschliche Handlungen in Beziehung dazu beobachtet werden können. Somit eröffnet diese Arbeit über den konkreten Bezugsrahmen hinaus einen Einblick in komplexe Sachverhalte, die auch andernorts einer Analyse harren, ist eine wahre Fundgrube für Hinweise aus der pakistanischen Rechtspraxis und bietet eine wertvolle Ergänzung der bereits publizierten Sammelbände und Monographien aus dem DFG-Schwerpunktprogramm ‘Kulturraum Karakorum’.

Hermann Kreutzmann (Erlangen)

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Lenz, K.: Kanada. Geographie, Wirtschaft, Politik (unter Mitarbeit von Rainer-Olaf Schultze). – Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2001. – Wissenschaftliche Länderkunden. – 349 S., 71 Abb., 75 Bilder, 55 Tab. ISBN 3-534-13841-4

Das Buch stellt die veränderte Neuauflage des 1988 erstmals erschienenen und gut aufgenommenen Werkes ‘Kanada. Eine geographische Landeskunde’ dar. Der Text ist weitgehend neu gefasst, gekürzt oder ergänzt. Ein Kapitel über politische Strukturen und Entwicklungen in Kanada ist hinzugekommen und von Rainer-Olaf Schultze unter Mitarbeit von Dagmar Eberle, Steffen Schneider und Tanja Zinterer verfertigt worden. Im wesentlich umfangreicheren geographischen Teil gelingt es dem Autor, wichtige geographische Merkmale des Landes in einer prägnanten, gut lesbaren Form darzustellen. Die Schwierigkeit beim Verfassen eines derartigen Werkes liegt nicht zuletzt darin, einen methodischen Weg zu finden, aus der Vielzahl der bestehenden geographischen Informationen bei stark angewachsenem neuerem Schrifttum Wesentliches und besonders Charakteristisches herauszufiltern. Diese Aufgabe hat der Autor in sehr ausgewogener Weise mustergültig bewältigt. Die Darstellung ist faktenreich und präzise, ohne sich je in Details zu verlieren oder irgendwo weitschweifig zu werden. Die Urteilssicherheit ist bemerkenswert, wobei dem Autor eine vierzigjährige Forschungstätigkeit über die Kulturgeographie Kanadas zugute kommt. In jedem anthropogeographischen Hauptkapitel wird konsequent nach dem Prinzip vorgegangen, langjährige Entwicklungsprozesse zu verfolgen, oft beginnend im 19. Jahrhundert, teilweise noch früher. Dies ist ein anspruchsvolleres Verfahren als die Beschränkung auf eine geographische Momentaufnahme oder die Darstellung kurzfristiger Änderungen und wird durch eine profunde Literaturkenntnis unterstützt. Ungeachtet des Einbeziehens der historisch-geographischen Dimension werden jüngere und jüngste Entwicklungen, und zwar in den relevanten Wirtschaftssektoren einschließlich des Außenhandels, im Verkehrswesen, bei der bevölkerungsgeographischen Struktur sowie beim stadtgeographischen Gefüge, angemessen berücksichtigt. Angesichts der heutigen Bedeutung der Großstädte Kanadas als Siedlungs- und Lebensraum der Mehrzahl der Bevölkerung und ihres Gewichtes bei den Wirtschaftsleistungen außerhalb des primären und rohstoffverarbeitenden Sektors in der hoch entwickelten kanadischen Volkswirtschaft ist es konsequent, wenn das Kapitel ‘Verstädterung und Dominanz der Metropolen’ das umfangreichste ist. In diesem Kapitel werden unter anderem die dreizehn wichtigsten Städte Kanadas in kurzen stadt- und wirtschaftsgeographischen Porträts vorgestellt, was in ihrer differenzierenden Betrachtungsweise allzu einfachen Modellvorstellungen von der angeblich typischen nordamerikanischen Stadt wohltuend entgegenwirkt. Nur bei einigen wenigen Details sind Einwände vorzubringen, allerdings eher Marginalien angesichts der Informationsfülle des Werkes: 1890 als Datum für den Beginn der Industrialisierung erscheint mir etwas spät, da in Montréal schon 20 Jahre früher, insbesondere entlang des Lachine-Kanals, größere Industriebetriebe bestanden haben. Bei den Bergbauaktivitäten sollte sowohl in der zugehörigen Karte als auch im Text die Kupfer-, Blei- und Zinkförderung in einer der größten Lagerstätten dieser Art in Kanada, nämlich im Raum Bathurst, Berücksichtigung finden. Dem neuen Verlagskonzept der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft innerhalb der Reihe ‘Wissenschaftliche Länderkunden’ entsprechend, ist der geographischen Darstellung noch ein politikwissenschaftliches Kapitel angefügt. In Anbetracht des zu erwartenden breiten Interessentenkreises ergibt dieser interdisziplinäre Ansatz durchaus einen Sinn, zumal hier grundlegende Fakten über die Verfassung und die politischen Institutionen präsentiert werden, über die eigentlich jeder, der sich wissenschaftlich mit dem Land beschäftigen möchte, Kenntnisse erwerben sollte. Zudem lassen sich Bezüge zum geographischen Teil herstellen, insbesondere bei der Behandlung von Ethnizitätsproblemen und bei der Wirtschaftspolitik. Zum Verständnis etlicher wirtschaftsgeographischer Prozesse ist nicht zuletzt das gut geschriebene Unterkapitel über die Außenwirtschaftspolitik wichtig. Außerhalb des systematischen Aufbaus liegt der Abschnitt mit dem Titel ‘Einblicke’ am Ende des Buches, in dem in vier Miszellen für Kanada typische Themen behandelt werden, nämlich der Norden Kanadas als Entwicklungsland, die Urbevölkerung, der kulturelle Dualismus mit der Gefahr einer Separation und das Verhältnis Kanadas zu den USA. Das Buch ist mit (teilweise sehr stark generalisierten) Farbkarten und sachkundig ausgewählten Farbbildern reichhaltig ausgestattet. Dem ausgezeichneten und anregenden Werk ist eine weite Verbreitung und viel Beachtung zu wünschen.

Axel Wieger (Aachen)

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Ostertag, Matthias P.: Globalisierung unter Aspekten der Wirtschaftsgeographie. – Nürnberg: Selbstverlag des Wirtschafts- und Sozialgeographischen Instituts der Universität 2000. – Nürnberger Wirtschafts- und Sozialgeographische Arbeiten 55, 2000. – 304 S., Abb., Tab.

Ursachen, Merkmale und Auswirkungen der Globalisierung stellen ein wichtiges Themenfeld wirtschaftsgeographischer Arbeiten dar. Inzwischen liegen dazu vielfältige Erkenntnisse dokumentiert in zahlreichen Publikationen vor. Diese Arbeit setzt sich das Ziel, durch die Fallstudie eines transnationalen Unternehmens (BASF) und einer Global City (Singapur) den Kenntnisstand zu dem Themenfeld zu bereichern. Die Auswahl der Fallbeispiele der Dissertation erfolgte dabei sinnvollerweise aus pragmatischen Gründen, da der Bearbeiter vier Jahre im Marketingbereich der BASF in Singapur tätig war und damit über besondere interne Erfahrungen, die einem externen Wissenschaftler bisweilen fehlen, verfügt. Im ersten Abschnitt (S. 5-100) gibt der Verfasser eine Übersicht gegenwärtig diskutierter Aspekte der Globalisierungsdebatte. Er wählt dabei eine eigene, etwas vom üblichen Gliederungsschema (und der Literaturlage) abweichende Vorgehensweise und zeichnet ein facettenreiches, mit vielfältigen Materialien belegtes Bild der Elemente. Dabei werden sowohl interessante neue Aspekte (z.B. Telegeographie) benannt als auch Thesen zur weitergehenden Diskussion (‘maritime Ausrichtung der Weltwirtschaft’, S. 46; ‘Aus Sicht der Globalisierung ist Regionalismus ein verheerendes Verhaltensmuster’, S. 86) aufgeworfen. Weniger ausführlich werden aktuelle Ansätze zum Wandel des industriellen Produktionssystems behandelt, die für die Analyse des Fallbeispiels BASF einen möglichen Analyseansatz dargestellt hätten. Bedauerlicherweise erfolgt aus der allgemeinen Diskussion auch keine Ableitung von Fragen bzw. Hypothesen für die empirischen Teile. Teil II (S. 101-194) erläutert auf der Grundlage vielfältiger sonst schwer zugänglicher Materialien die internationale Organisation und Vernetzung von BASF. Damit gelingt eine Dokumentation über ein multinationales Unternehmen, die für weitere Untersuchungen eine wichtige Informationsquelle darstellen kann. Eine eigene vergleichende Interpretation oder der Bezug auf relevante wirtschaftsgeographische Arbeiten zur chemischen Industrie (z.B. von H. Bathelt) erfolgen weniger ausgeprägt. Teil III (S. 195-299) stellt die Fallstudie Singapur vor. In einer sorgfältigen Fleißarbeit hat der Verfasser Materialen und Informationen für das Fallbeispiel zu nahezu allen Merkmalen, die für Global Cities diskutiert werden, zusammengetragen. Auf dieser Basis entsteht ein umfangreiches Bild des Stadtstaates. Leider gelingt es dem Bearbeiter nicht vollständig, die sich eigentlich sinnvoll ergänzenden Abschnitte in Beziehung zueinander zu setzen. Dadurch bleibt der analytische Wert zur Bereicherung der wirtschaftsgeographischen Globalisierungsdebatte (wie eigentlich aufgrund des Titels der Arbeit zu erwarten wäre) gegenüber dem hohen Informationswert der Abschnitte der Arbeit zurück. Insgesamt liefert die Dissertation wichtige Erkenntnisse über die Globalisierung, über BASF und über Singapur; sie ist allen, die sich mit den jeweiligen Teilbereichen beschäftigen und hierzu Informationen benötigen, als Lektüre zu empfehlen.

Elmar Kulke (Berlin)

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Halves, J.-P.: Call Center in Deutschland. Räumliche Analyse einer standortunabhängigen Dienstleistung. – Sankt Augustin: Asgard 2001. – Bonner Geographische Abhandlungen 104. – 148 S., 19 Tab.

Die Bonner Dissertation widmet sich einem inhaltlich wie methodisch innovativen Thema, den Standorten einer, wie es im Titel heißt, standortunabhängigen Branche. Call Center entstanden in Deutschland erst seit Beginn der 90er Jahre, der Autor schätzt, dass am Ende des Jahrzehnts bereits über 100.000 Mitarbeiter in ca. 450 solcher Betriebe tätig waren. Die Arbeit ist keineswegs nur als Grundlagenforschung konzipiert: Sie entstand berufsbegleitend im Rahmen einer Tätigkeit, in dem sich der Autor mit der Ansiedlung und Akquisition solcher Dienstleistungen zu beschäftigen hatte. So geht es letztlich um die Erarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen für Gebietskörperschaften. Diese bauen auf den Erkenntnissen einer sehr soliden empirischen Arbeit (vier schriftliche Befragungen, zahlreiche Experteninterviews) und theoretischer Reflexion auf. Nicht nur für Kommunen, auch für die gegenwärtige Diskussion um Standort- und Handlungstheorien und für die Geographie des Quartären Sektors bietet die Arbeit einen hohen Erkenntniswert, obwohl, und diese eine Kritik sei gestattet, im Literaturverzeichnis einige wichtige Titel zum Quartärsektor fehlen.

Axel Borsdorf (Innsbruck und Wien)

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Ratusny, A.: Entwaldung und Aufforstung in Neuseeland. Räumliche Entwicklung und Steuerungsfaktoren.- Passau: Fach Geographie der Universität 2000.- Passauer Schriften zur Geographie 16.- ISBN 3-00-006565-2

Die Arbeit analysiert die Entwicklungen in der neuseeländischen Wald- und Forstwirtschaft, wobei der Betrachtungsrahmen weit über die bisherigen Ansätze, Fragestellungen und Methoden der Geographie der Wald- und Forstwirtschaft hinausgreift. Der Autor schlägt zur Behandlung eines solchen Beziehungsgeflechts, das historische, gesellschaftliche und naturräumliche Aspekte einbezieht, die Schaffung einer neuen Teildisziplin der Geographie vor, der Hylogeographie. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Neuschöpfung (wie auch die Begriffe Hylo-Regime oder hylogeographisches Phasenmodell) künftig durchsetzen wird. Inhaltlich sehr aufschlussreich sind die Darstellungen zur Entwicklung der Entwaldung und Aufforstung, die in Form einer historisch-geographischen Längsschnittanalyse durchgeführt werden. Die verschiedenen Phasen werden vor dem Hintergrund der jeweils wirkenden gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen transparent gemacht. Besonderes Interesse verdient die geschilderte jüngste Entwicklung, die einerseits vor dem Hintergrund neuer forstwirtschaftlicher Produktions- und Austauschbeziehungen und andererseits in Verbindung mit der Liberalisierung und Deregulierung der neuseeländischen Volkswirtschaft ab 1984 zu sehen ist. Nach 1984 wurde in Neuseeland der Forstsektor privatisiert und dereguliert, die Staatswälder größtenteils an große Holzkonzerne verkauft und umfangreiche Neuaufforstungen, häufig mit exotischen Hölzern, durchgeführt. Die eingesetzten Kapitalmengen, die Einschlagrechte und Infrastruktureinrichtungen befinden sich nun zu einem großen Teil in den Händen transnationaler Unternehmen, die als Absatzmarkt den pazifischen Raum im Auge haben und denen auch die steigenden Einkünfte aus der neuseeländischen Forstwirtschaft zugute kommen. Daraus könnten nach Ansicht des Autors als Folge neue quasi-koloniale Abhängigkeiten resultieren, wie sie in einer früheren Phase bereits durch die Beziehungen Neuseelands zum Mutterland Großbritannien gekennzeichnet waren. Prognosen zufolge soll durch die jüngsten Aufforstungen und die kurze Umtriebszeit der Holzplantagen Neuseeland bis zum Jahr 2025 zum weltweit fünftgrößten Holzerzeuger und zur zweitgrößten Holzhandelsnation anwachsen, wobei 90 % des dann erzeugten Holzes in den Export gehen sollen. Es handelt sich beim ‚neuseeländischen Weg’ in der Forstwirtschaft um Entwicklungen, die von den mitteleuropäischen Konzepten einer multifunktionalen Forstwirtschaft fundamental abweichen. Diese Tatbestände werden durch die vorliegende Arbeit in das europäische Blickfeld gerückt und sollten Anregung sein, der neuseeländische Forstwirtschaft und dem Holzhandel im pazifischen Raum künftig verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen.

Werner Klohn (Vechta)

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Manderscheid, A.: Lebens- und Wirtschaftsformen von Nomaden im Osten des tibetischen Hochlandes.- Berlin: Dietrich Reimer Verlag 1999.- 228 S.: 16 Abb., 28 Kart., 9 Tab.- Abhandlungen - Anthropogeographie, Institut für Geographische Wissenschaften, Freie Universität Berlin, Bd. 61.- ISBN 3-496-02697-9

Nomadismus als Wirtschafts- und Kulturphänomen ist weltweit auf dem Rückzug, wenn nicht gar im Verschwinden begriffen. Er erfreut sich inzwischen mehr romantischer Vorstellungen als wissenschaftlicher Bearbeitung. Überaus erfreulich ist daher die Abhandlung von Angela Manderscheid über Nomaden in Osttibet. Wie vielerorts haben die tibetischen Nomaden gerade nach Gründung der sozialistischen Volksrepublik China tief greifende Umwälzungen erlebt. Eines der wenigen Beispiele wissenschaftlicher Aufarbeitung solcher Transformationsprozesse unter tibetischen Nomaden sind die Arbeiten von M. Goldstein und C. Beall in Westtibet. Nun legte Manderscheid nach mehrmaligen Forschungsaufenthalten zwischen 1989 und 1992 in der osttibetischen Präfektur Ngawa (Aba), insbesondere dem bis heute schwer zugänglichen Kreis Dzamthang, eine überaus interessante sozialgeographische Arbeit vor. Ausgehend von einem Überblick über den Forschungsstand und einer ausführlichen Betrachtung des Untersuchungsgebietes setzt die Autorin die traditionelle Wirtschaftsweise vor 1949 zu den mehrfachen Veränderungen seit der Einflussnahme Pekings zueinander in Beziehung. Die nötige Differenzierung in den Tierhaltungssystemen wird dabei ebenso geleistet wie die sukzessive Analyse der Folgen von Kollektivierung und zentralistischer Verwaltung während des ‘Großen Sprungs’ und der Kulturrevolution, der Rückgabe der Herden in Familienbesitz zu Beginn der 80er Jahre und neuerdings auch der stärkeren Marktorientierung. Interessant ist in dieser Hinsicht der Versuch einer Modernisierung der mobilen Tierhaltung, die den Nomaden eine wirtschaftliche Perspektive entwickeln soll. Probleme der Überweidung, Winterfütterung etc. kommen gleichfalls zur Sprache. Manderscheids pessimistisch anmutendes Fazit, dass die bewährten Formen des nomadischen Wirtschaftens langfristig verschwinden werden, ist weniger allein mit Blick auf die innerchinesische Politik als vielmehr im Kontext der Globalisierung verständlich – ist doch, wie die Autorin schon zu Beginn ihrer Abhandlung feststellt, die nomadische Lebens- und Wirtschaftsweise in vielen Regionen der Welt im Niedergang. Allerdings macht Manderscheid deutlich, dass gerade auch durch die Veränderungen in der ‘staatlichen Agrarpolitik, die nomadische Tierhaltung in China unter der Leitidee einer marktorientierten Produktion zu verändern’ (S. XI) sich für die nomadische Produktionsweise in Dzamthang überhaupt erst die mittelfristige Überlebenschance bietet. Die Autorin glaubt daher, ‘dass die nomadische Lebens- und Wirtschaftsweise auf dem tibetischen Hochplateau zunächst nicht, wie in anderen Regionen der Welt, völlig verdrängt wird’ (S. 191). Hier drückt sich mit einer Zukunftsperspektive doch eher Optimismus aus.

Andreas Gruschke (Freiburg)

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Siegmund, A.: Das Klima der Baar - regionalklimatische Studien einer Hochmulde zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb.- Mannheim: Geographisches Institut der Universität 1999.- Mannheimer Geographische Arbeiten 51.- XIV + 294 S., Abb., Tab.- ISBN 3-923750-78-1

Das Erscheinen großmaßstäbiger regionalklimatischer Monographien ist stets zu begrüßen, füllen sie doch eine allzu oft als schmerzlich empfundene Lücke, nicht nur für die Landeskunde, vor allem für die Anwender in der Raum- und Umweltplanung. Besonders erfreulich ist es darüber hinaus, wenn sich die Arbeit einem klimatisch so interessanten Raum zuwendet wie im vorliegenden Fall. Die Baar ist klimatologisch alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, ihre ausgeprägte thermische und hygrische Kontinentalität ist fast ein Standardbeispiel regionalklimatischer Effekte. Erwartungsvoll greift man also zur Lektüre und man wird - dies vorweg - nicht enttäuscht. Die in Mannheim vorgelegte und in der Schriftenreihe des Instituts erschienene Dissertation von Alexander Siegmund beginnt mit einer kurzen landeskundlichen Einführung, bevor die Geschichte der Untersuchung des Klimas der Baar und damit die Entwicklung des Kenntnisstandes, von dem der Autor ausgeht, dargelegt wird. Dann folgt der Autor einem traditionellen, jedoch immer noch unersetzlichen Ansatz großmaßstäbiger Klimatologie, dem aufwendigen und mühevollen Ausbau des grobmaschigen vorhandenen Messnetzes, wobei es ihm gelingt, ein beachtlich dichtes Messnetz aufzubauen. Die große Dichte hat ihren Preis in der einer gewissen Heterogenität, was die Instrumentierung betrifft, und - vor allem im eigenen Messnetz - in der Beschränkung auf die klassischen Klimaparameter Temperatur, Feuchte, Wind und Niederschlag. Der Strahlungshaushalt und seine Untersuchung können daher ebenso eine Grundlage bilden wie etwa Vertikalsondierungen. Dies bleibt darauf aufbauenden Arbeiten vorbehalten. In der Beschreibung des Stationsnetzes und der Auswertung der Daten spürt man auf jeder Seite das enorme Engagement des Autors, der sich offenbar mit Leib und Seele der Klimatologie der Baar verschrieben hat. Mit großer Akribie werden dann die Daten aggregiert und bezüglich der unterschiedlichsten Mittelungsintervalle ausgewertet, Untersuchungen zu Extremen fehlen ebenso wenig wie Zeitreihenanalysen der langen Zeitreihen, insbesondere des Wetterdienstes. Auch die zeitliche Variation im 24-monatigen Untersuchungszeitraum von Juli 1994 bis Juni 1996 wird ausführlich diskutiert. Kaum eine Möglichkeit der Datenauswertung bleibt unberücksichtigt. An den vorwiegend separativen Ansatz schließt sich eine erste Synthese an, in welcher Siegmund die Ursachen und Auswirkungen der thermischen und hygrischen Kontinentalität erörtert. Hier erfolgt eine Betrachtung nach Witterungstypen sowie - bezüglich der Niederschlagsbildung - eine ereignisbezogene meteorologische Analyse. Ist die Arbeit bis zu diesem Zeitpunkt sehr den traditionellen Techniken der Datenaufnahme und -verarbeitung verpflichtet, so kommen moderne Techniken im zweiten Teil zur Anwendung, in dem auf der Analyse der Daten des Netzes aufbauend die räumliche Verteilung verschiedener Klimaparameter ermittelt wird, also separative Klimakarten erstellt werden. Diese werden mit Hilfe von Modellen erzeugt, welche auf einer multiplen linearen Regression beruhen. Dabei wird die Abhängigkeit der jeweiligen Klimaparameter von den räumlichen Bedingungen, insbesondere Relief und Landnutzung, ermittelt. Anschließend wird aufgrund der gewonnenen Beziehung die räumliche Verteilung im Untersuchungsraum plausibel geschätzt. Es ergeben sich hochauflösende Klimakarten. Es ist erfreulich, dass der Autor die Qualität der Schätzung kritisch prüft. Dabei zeigt sich, dass das Verfahren nicht für alle Parameter gleichermaßen geeignet ist. Auf diese Weise wird die punktuelle auf die Stationen des Messnetzes fokussierte Betrachtung des ersten Teils ergänzt durch hochauflösende Karten. Beide gemeinsam eröffnen ein sehr umfassendes Bild der Klimatologie der Baar, bei dem nur wenige Wünsche offen bleiben. Die Untersuchung ist auf die bodennahe Luftschicht beschränkt. Vertikalgradienten in der Atmosphäre können nur - durchaus problematisch - aufgrund der Daten von Stationen in entsprechender Höhenlage geschätzt werden. Die große Bedeutung des regionalen Kaltluftsees auf der Baar sollte Anlass geben, seine dreidimensionale Dynamik einer detaillierteren Betrachtung zu unterziehen, zumal die Baar vermutlich klimatische Wirkungen hat, die über den engeren Naturraum hinausgehen. So existieren im Schwäbischen Albvorland regionale Zirkulationsmuster, die bislang noch nicht systematisch untersucht wurden. In höchstem Maße erfreulich ist es daher, dass der Verfasser ankündigt, die Untersuchungen weiterführen zu wollen. Das Messnetz ist nicht, wie bei Sonderuntersuchungen verbreitet, wieder abgebaut worden, sondern es bildet weiterhin die Grundlage von regionalen Klimauntersuchungen. Es sind folglich noch weitere Ergebnisse über die klimatologisch so interessante Baar zu erwarten, die auf dieser sehr soliden und lesenswerten Monographie von Siegmund aufbauen können. Es wäre darüber hinaus erfreulich, wenn diese Arbeit zu weiteren großmaßstäbigen klimageographischen Analysen in anderen Räumen anregen würde.

Joachim Vogt (Berlin)

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Ratter, Beate M. W.: Natur, Kultur und Komplexität. Adaptives Umweltmanagement am Niagara Escarpment in Ontario, Kanada.- Berlin: Springer 2001.- 315 S., Abb., Tab.- ISBN 3-540-67404-7

Dieses Buch, an der Universität Hamburg von Beate M.W. Ratter 1999 erfolgreich als Habilitationsschrift vorgelegt, ist ein innovativer und wesentlicher Beitrag zur Theorienbildung und -anwendung in der Geographie, d.h. in der ‘Geographie der Umweltressourcen’ oder ‘Ressourcengeographie’. Die Verfasserin betont ausdrücklich, dass es ihr hier um die Klärung eines möglichst weitgezogenen theoretischen Ansatzes zur Diskussion des Verhältnisses zwischen Natur und Kultur, d.h. Mensch-Umwelt-Beziehungen, und das Zwischenspiel der sich daraus ergebenen komplexen Systeme geht. Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, wie der Mensch undseine gesellschaftlichen Systeme die Umwelt mit ihren Ressourcen behandelt oder behandeln sollte, wenn es darum geht, Natur zu nützen und zu schützen. Eine solche Situation wird anhand von Fallbeispielen im südlichen Ontario (Kanada) dargestellt. In klarer Übersicht geht die Autorin diese Themenstellung an, indem sie zunächst im einleitenden Kapitel (Prolegomena) die Begriffe ‘Umwelt, Ressourcen, Nachhaltigkeit und Management’ erklärend darstellt und diskutiert. Der theoretische Rahmen wird im folgenden Kapitel durch die detaillierte Erläuterung und Diskussion der gewählten Theorien zur Komplexität und ihren vielfältigen Ansätzen und zur Human- und Kulturökologie gesetzt. Die Wahl dieser Theoriengebilde ermöglicht es der Verfasserin, ein weites Diskussionsfeld mit genauen Fragestellungen als Rahmen für die Analyse der lokalen Beispiele zu erstellen. Die Erläuterung der Entstehung und Anwendung dieser Theorien ist ein besonders wichtiger Beitrag dieser Arbeit, da die Verfasserin es verstanden hat, die verschiedenen, in der weitläufigen Literatur auftauchenden Gedankenströmungen zu identifizieren und übersichtlich darzustellen. Es ist besonders zu vermerken, dass hier eine positive Verschmelzung verschiedener Strömungen und Interpretationen aus dem englisch- und deutschsprachigen Raum zustande gekommen ist. Die in den Kapiteln 3.1.5 und 3.2.6 aufgeführten ‘Forschungsfragen für die Fallstudie’ sind die sich aus dem theoretischen Gebäude ergebenen ‘Testfragen’, die durch empirische Arbeitsweisen ‘im Gelände’ beantworten werden. Dieser Ansatz ist der Kern der Arbeit, die in ihrer Analyse und Diskussion einen Betrag zur Entscheidungsfindung in kontroversen Umweltfragen leistet. Die kanadische Fallstudie des Niagara Escarpments mit den ausgewählten Verwaltungsbezirken Grey und Bruce im südlichen Ontario wird im weitesten geographischen Zusammenhang angegangen, d.h. durch eine detaillierte Darstellung des gegebenen Natur- und Kulturraumes. Dieser Teil der Arbeit wird in kompetenter Weise durch kartographische Hilfsmittel untermauert und erweitert. Der eigentliche ‘Fall’, d.h. der Schutz und die Nutzung der Schichtstufe durch Planungsmaßnahmen und deren Entwicklung und Anwendung, wird anhand von Literatur, Archivunterlagen, Befragungen von und Gesprächen mit ortsansässigen Betroffenen und deren Experten erfasst, erläutert und analysiert. Der Autorin geht es darum, die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen und Strömungen aufzuzeigen, die zu den angesprochenen Planungsmaßnahmen geführt haben und welche Auswirkungen diese Konstruktionen vor Ort haben; all dies vor dem Hintergrund der unausweichlichen natürlichen und kulturellen Gegebenheiten auf regionaler und nationaler Ebene. Durch ihre eingehende Darstellung und Erörterung hat die Verfasserin gezeigt, dass sie die örtlichen, d.h. kanadischen Verhältnisse von innen erfasst und verstanden hat. Die Besonderheiten des ‘Falles’ sind klar erarbeitet worden und geben zu verstehen, dass es sich hier um eine kompetente Behandlung des Themas handelt, auch wenn sie von außen kommt. Somit ist diese Arbeit ein wertvoller Beitrag zur geographischen Analyse der gegenwärtigen Situation kanadischer Gegebenheiten. Die Schlussfolgerungen konzentrieren sich auf die ‘Konsequenzen für das Umweltmanagement’, d.h. auf die Frage, wie sollte denn der Mensch mit seiner Umwelt und deren Ressourcen eigentlich umgeben - eine Frage, mit der sich Geographen seit Generationen beschäftigen, auf die aber, so scheint es, keine befriedigende Antwort zu finden ist. Dennoch schlägt die Verfasserin einige Lösungsansätze vor, die der Diskussion auch in Zukunft förderlich sein kann, indem sie zu Recht die Notwendigkeit betont, die Anwendung von Analysemethoden und Ansätzen von Management-Strategien zu verfeinern. Weiterhin fordert sie eindringlich, die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt in den Blickpunkt der Diskussion zu stellen. Letzteres ist gerade der Ansatz, der gegenwärtig wieder ins Zentrum der geographischen Betrachtungsweise gelangt ist. Das vorliegende Buch ist ein willkommener und wesentlicher wissenschaftlicher Beitrag zur Fortentwicklung der Diskussion des menschlichen Einflusses auf die Umwelt und auf welche Weise dieser Einfluss in all seinen Gegebenheiten behandelt werden kann.

Ludger Müller-Wille (Montréal)

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Reuber, P.: Raumbezogene politische Konflikte. Geographische Konfliktforschung am Beispiel von Gemeindegebietsreformen.- Stuttgart: Franz Steiner Verlag 1999.- 370 S., Abb., Tab.- Erdkundliches Wissen 131.- ISBN 3-515-07605-0

Anhand einer ex post-Analyse von vier didaktisch geschickt ausgewählten Beispielen der BRD-Gemeindegebietsreform der 60er und 70er Jahre versucht der Autor, das Konzept einer handlungsorientierten geographischen Konfliktforschung weiterzuentwickeln. Wer von der Anwendung des handlungstheoretischen Ansatzes (endlich) konkrete raumbezogene Ergebnisse erwartet, den enttäuscht die Studie nicht. Der Aufbau der Arbeit ist klar, methodisch einwandfrei und effizient: Die Vorstellung der Leitfragen, welche die konkreten Ziele, Machtpotentiale und Strategien der Entscheidungsträger betreffen, verbindet P. Reuber mit einem Einblick in konflikttheoretische Grundlagen. Daraufhin folgt die Präsentation der empirischen Untersuchung, die sich vorwiegend auf die Analyse von Archivmaterial stützt. Als Resümee verknüpft er die empirischen Ergebnisse mit dem theoretischen Konzept. Die gesamte Argumentation beruht auf einem konstruktivistischen Weltbild, wobei u.a. moderne Rational und Public Choice Ansätze sinnvoll für die Re- bzw. Dekonstruktion des politischen Handelns der Akteure herangezogen werden. Bei der Beantwortung der Leitfragen bestätigt sich das von P. Reuber entworfene Konzept der dreifachen Subjektivierung: Eindringlich, durch Wiederholungen verstärkt, schildert er, wie die subjektiv-selektive Wahrnehmung räumlicher Strukturen zu subjektiv raumbezogenen Zielvorstellungen führt. Gleichzeitig verzerren die Akteure mit der Entwicklung strategischer Raumbilder die objektiven Strukturen ein drittes Mal (übrigens am Beispiel der Gemeinde Meerbusch besonders eindrucksvoll dargestellt). So zeigt der Autor deutlich die eigennutzenorientierten Bestrebungen der Entscheidungsträger auf und macht damit die untersuchten Gebietsreform-Konflikte verständlich. Obwohl eine Übersicht über die Vielfalt raumbezogener Konflikte fehlt (vgl. dazu z.B. Flury 1983), bildet die flüssig geschriebene Abhandlung zweifellos ein Standardwerk zum Themenkreis. Die mitunter verbesserungswürdige kartographische Ausstattung sowie einige störende Tipp- und Formatierungsfehler können diesen Wert nicht in Frage stellen.

Ernst Steinicke (Innsbruck)

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Klimburg, Max: The Kafirs of the Hindu Kush. Vol. 1: 431 S., 171 Abbildungen und eine Karte, Vol. 2: 825 Photographien.- ISBN 3-515-06308-0

Forschungsarbeiten über Afghanistan basieren gegenwärtig in erster Linie auf historischem Material bzw. auf Sammlungen, die i.w. vor dem Einmarsch der Sowjetarmee 1979 zusammengetragen worden waren. Der bis heute andauernde Bürgerkrieg und die Talibanisierung kennzeichnen weiterhin das afghanische Drama. Das hier anzuzeigende Werk beschäftigt sich nicht mit aktuellen Fragen aus diesem Themenkomplex. Der Titel des zweibändigen Werkes lehnt sich an das 1896 erschienene gleichnamige Buch von George Scott Robertson an, das in einer für die behandelten Hochgebirgsregionen ebenso dramatischen Umbruchphase entstand. Die von Kabul aus gelenkte Islamisierung des nordöstlichen Hindukush gab 1891/92 vor, das ‘Land der Ungläubigen’ (Kafiristan) in ein ‘Land des Lichts’ (Nuristan) zu verwandeln. Es erfolgte ein Einschnitt in eine Glaubenswelt und Gesellschaftsstruktur, die Max Klimburg anhand ihrer gegenständlichen Ausdrucksformen und Statussymbole untersucht. Eine längst vergangene Zeit erfährt ihre Chronologisierung und kunsthistorisch-ethnographische Interpretation vorwiegend an den Metall- und Holzschnitzabeiten, die Mitglieder der handwerklichen Minorität für die dominierende Majorität hergestellt hatten. Aus kulturgeographischer Sicht ist diese lang erwartete Arbeit deshalb so interessant, weil sie Siedlungs- und Wirtschaftsaspekte, die dörfliche und gesellschaftliche Organisation sowie die ethnolinguistische Differenzierung in einer bis heute abseits der Hauptkommunikationsrouten gelegenen Hochgebirgsregion des Hindukusch aufarbeitet und einen - wenn auch limitierten - historischen Tiefgang zu Teilfragen für ein Gebiet ohne eigene schriftliche Zeugnisse erlaubt. Der Autor kommentiert kritisch die vorhandenen Quellen und frühere Forschungsarbeiten, wobei er zahlreiche Unzulänglichkeiten und Fehlinterpretationen nachzuweisen sucht. Ist der erste Band schon reich mit seltenen und einzigartigen Aufnahmen illustriert, so präsentiert der Tafelband 825 teils großformatige Schwarz-Weißabbildungen, die Gesamtansichten der dörflichen Situation und Details der behandelten Gegenstände veranschaulichen. Max Klimburg hatte sich seit Beginn seiner Feldarbeiten 1971 dem kunsthistorischen Schutz der Artefakte verschrieben und eine umfangreiche Sammlung angelegt, die nicht ausgeführt werden durfte und daher 1978 dem Kabul-Museum als Geschenk der bundesdeutschen Botschaft übergeben wurde. Das damalige revolutionäre Regime zeigte nur geringes Interesse an diesem Kulturgut, nach der späteren vollständigen Plünderung des Museums ist das Schicksal der Sammlung heute ungewiß. Für die Nachwelt bleibt mit dem anzuzeigenden Werk eine überaus kenntnis- und faktenreiche Dokumentation und Interpretation vergangener Epochen in einzelnen Talschaften Nuristans und das letzte realitätsbezogene Bild mit kafirischen Artefakten in einer pakistanischen Antiquitätenhandlung für westliche Sammler.

Hermann Kreutzmann (Erlangen)

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Stellrecht, Irmtraud und Hans-Georg Bohle (Hrsg.): Transformation of Social and Economic relationships in Northern Pakistan.– Köln: Rüdiger Köppe-Verlag 1998.- Culture Area Karakorum Scientific Studies 5.– 429 S., Abb.– ISBN 3-89645-155-3

Im nun vorliegenden fünften Band der wissenschaftlichen Ergebnisse aus dem DFG-geförderten Schwerpunktprogramm ‘Kulturraum Karakorum’ werden einige völkerkundliche und kulturgeographische Ergebnisse präsentiert. Eingeleitet wird der Sammelband seitens Irmtraud Stellrecht mit einer vorwiegend auf Sekundärquellen und Reisebeschreibungen beruhenden historischen Einschätzung von Handel und Politik in Nordpakistan vor dem Beginn moderner Verkehrserschließung durch den Karakoram Highway. Die Neuinterpretation der Herausgeberin schließt hiermit an frühere Arbeiten zur selben Thematik an. Die drei weiteren umfangreichen Studien sind englischsprachige Zusammenfassungen bzw. Teilergeb-nisse von Dissertationen, die im Rahmen des Schwerpunktprogrammes entstanden sind. Martin Sökefeld setzt sich erhellend mit den Fragen von Identitätskonstruktion und Kon-fliktkonstellationen in Gilgit, dem wirtschaftlichen, Migrations- und Verwaltungszentrum des Forschungsgebietes im Karakorum auseinander. Die akteurszentrierte, postmodern ethnologische und sozialwissenschaftliche Diskussion aufgreifend bietet er neue Perspektiven an, die weit über die bisherige völkerkundliche Forschungspraxis in Hindukusch und Kara-korum hinausreichen und den Verständnishorizont erweitern. Hans-Georg Bohle führt kurz die beiden weiteren kulturgeographischen Fallstudien ein, die die Risikobehaftung und Verletzbarkeit von Nahrungs- und Produktionsketten im Hindukusch-Karakorum problematisieren. Christoph Dittrich untersucht die Veränderungen der lokalen Versorgungsmuster und die zunehmende räumliche Ausweitung der Nahrungsversorgung und Einbindung in nationalstaatliche und weltwirtschaftliche Zusammenhänge. In dieser oberhalb der in-dividual- und Haushaltsebene angesiedelten, auf verwundbare Gruppen bezogenen Makroperspektive wird die wachsende Risikobe-haftung im Kontext von Entwicklungsmaßnah-men deutlich. Benno Pilardeaux thematisiert unter einer ähnlich gelagerten übergeordneten Fragestellung Innovationsprozesse im Hinblick auf landwirtschaftliche Entwicklung. Klassische Maßnahmen solcher Entwicklungsprojekte – Mechanisierung der Landbewirtschaftung, Einführung und Verbreitung von Mineraldünger, Kreditvergabe – werden am Beispiel der Talschaft Punial systematisch analysiert und bewertet. Auch hier wird in der Problemsicht die Verknüpfung mit dem Weltmarkt angestrebt. Es ist begrüßenswert, daß mit diesen 70-130 Seiten langen englischsprachigen Kondensaten aus den zuvor in voller Länge in deutsch publizierten Dissertationen ein Versprechen des deutsch-pakistanischen Forschungsprojektes eingelöst wurde. Die Ergebnisse sollten lokal verfügbar und lesbar gemacht werden! Der sprachliche Teil ist eingelöst, nun bleibt noch die preiswerte Ausgabe für den pakistanischen Leserkreis wünschenswert. Darüber hinaus erfüllen die Bände der ‘Scientific Studies’ die Funktion, die internationale Kommunikation über Fragen der regional verankerten, fächerübergreifenden Hochgebirgsforschung zu vertiefen.

Hermann Kreutzmann (Erlangen)

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Gutschow, Niels: The Nepalese Caitya. 1500 years of Buddhist votive architecture in the Kathmandu Valley.- Stuttgart, London: Edition Axel Menges 1997.- 328 S., Abb. - ISBN 3-930698-75-7

Niels Gutschow hat in diesem in Form, Aufmachung und Inhalt beeindruckenden Buch die Ergebnisse seiner mehrjährigen Recherchen zur nepalesischen Stupa (Caitya) vorgelegt. Reichhaltig illustriert mit 593 Abbildungen - Zeichnungen von Bijay Basukala und Photographien verschiedener Urheber - und eingeleitet durch einen Essay zur religiösen Praxis im Untersuchungsgebiet, den David Gellner beisteuerte, liegt hier ein Standardwerk vor, das nicht allein für die newarisch-buddhistische Kultur des Kathmandu-Tales (Nepal) seinesgleichen sucht. Die minutiöse Dokumentation dieser hinsichtlich der Ausmaße in einer großen Variationsbreite auftretenden Votivarchi-tektur bildet die auf Feldarbeit basierende Grundlage für eine kulturkontextuale Interpretation der Ikonographie bis hin zur Einordnung der Sakralarchitektur in die rituelle Praxis der Gegenwart, bestehend aus täglichen Verrichtungen, Jahresfesten und Prozessionen. Es sei erwähnt, daß Niels Gutschow auf diesem Gebiet bereits eine Vielzahl von Publikationen - Monographien und Aufsätze - in den letzten Jahren vorgelegt hat. Der Hauptteil des anzuzeigenden Buches widmet sich einzelnen Stupa-(Caitya)-Typen sowohl in ihrer Verbreitung (dargestellt in Punktkarten) als auch in ihrer stilistischen Verwandtschaft. Auch wenn dieses Werk in erster Linie Architekturhistoriker und Religionswissenschaftler ansprechen wird, so sei es allen kulturgeographisch Interessierten anempfohlen, die sich mit religiösen Bauten und religiöser Praxis sowie Siedlungsfragen bezüglich der sakralrituellen Raumnutzung im buddhistisch-hinduistischen Kontext beschäftigen möchten.

Hermann Kreutzmann (Erlangen)

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Haubrich, Hartwig u.a.: Didaktik der Geographie konkret.- München: R. Oldenburg Verl., 3. Neubearbeitung 1997.- 464 S. ISBN 3-486 88039-

Das anzuzeigende Werk wird in der dritten Neubearbeitung vorgelegt und basiert auf der ‘Konkreten Didaktik der Geographie’, die erstmals 1977 erschien. Seitdem hat sich die Didaktik, speziell auch jene der Schulgeographie, wesentlich weiterentwickelt. Das Ziel des Bandes ist weiterhin, Hilfestellung ‘für einen zeitgemäßen, schülerorientierten, fachgerechten, engagierten und pädagogisch orientierten Geographieunterricht’ zu liefern.Der Band gliedert sich in die Kapitel ‘Einführung’ (Internationale Charta der Geographischen Erziehung), ‘Pädagogische Orientierung des Geographieunterrichts’, ‘Psychologische Aspekte des Geographieunterrichtes’, ‘Fachwissenschaft-liche Grundlagen des Geographieunterrichtes’, ‘Entwicklung der Geographielehrpläne’, ‘Lehr-plangestalung’, ‘Unterrichtsmethoden und -organisation’, ‘Unterrichtsmedien’, ‘Lernkon-trollen und Leistungsbewertung’ sowie ‘Unterrichtsplanung und -analyse’. Diese dürre Aufzählung sagt nichts über den reichhaltigen, sehr fundierten und optisch klar strukturierten Inhalt. Ein Teil der Darlegungen erfolgt in Kästen und in Zitatform, wobei nicht nur auf die Lehrpläne verschiedener deutscher Bundesländer, sondern auch auf die internationale Entwicklung eingegangen wird. Der Band kann eigentlich nicht genug gelobt werden, denn er ist - im Gegensatz zu anderen didaktischen Werken - ein wirklich praktisch einsetzbares

Hartmut Leser (Basel)

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