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Heft 1/2000
Christine Vogt (Innsbruck)
Aktionsräume und Netzwerke. Komplexe Wirtschaftsstrukturen am Beispiel Guatemalas
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse wirtschaftlicher Strukturen auf der Grundlage der Handlungs- und Netzwerktheorie. Am Beispiel Guatemalas
werden in idealtypischer Weise drei unterschiedlich komplexe Netzwerke aus dem Bereich der Geld- und Kreditwirtschaft vorgestellt. Diese zeigen, daß sogar die organisatorische und räumliche Strukturierung dieses
Wirtschaftssystems stark von der Ähnlichkeit der Motive und Aktionsräume der beteiligten Akteure abhängt, also ‘relativ’ ist. In dem Beitrag wird zudem die Frage aufgeworfen, ob angesichts eines derart
vielschichtigen Wirtschaftssystems eine der neoliberalen Schule verpflichtete Wirtschaftspolitik überhaupt zu breitenwirksamen Wachstumseffekten führen kann.
Zusammmenfassung: Aktionsräume und Netzwerke. Komplexe Wirtschaftsstrukturen am Beispiel Guatemalas
Die guatemaltekische Volkswirtschaft wird als komplexes System aus wirtschaftlichen Aktionsräumen unterschiedlicher Reichweite vorgestellt, wobei Akteure,
materielle und soziale Handlungsbedingungen ein Netzwerk sich gegenseitig verstärkender Elemente bilden. Die Organisation der Wirtschaft ist nunmehr von der Stabilität der Verbindungen abhängig. Die Verknüpfungen
zwischen Akteuren werden nicht von deren kilometrischer Distanz zueinander bestimmt, sondern aufgrund der Ähnlichkeit von Motiven und Zielen hergestellt. Eine hierarchische Unterscheidung zwischen
‘lokaler’ und ‘globaler’ Ebene wird damit hinfällig. Dazu wird deutlich, daß neoliberale Steuerungsinstrumente diese komplexe Struktur nicht berücksichtigten.
Summary: Action spaces and networks. The Guatemalan example of complex economic structures
The Guatemalan economy is presented as a complex and flexible system of action spaces, whose constitution depends on the interrelationship of actors, material
circumstances and social rules. National economies are therefore fragmented in more or less stable networks, whose constitution does not depend on the metric distance between actors and places but on the similarity
in aims and motivation. A hierarchical differenciation in ‘space’, such as the separation between ‘the local’ and ‘the global’ is no longer useful. Also, it becomes obvious that
the means of neoliberalism do not reflect this complexibility of economic settings.
Resumé: Espaces d ´action y des rets économiques complexes. L´exemple du Guatemala
L´économie du Guatemala est présentée comme un système complexe et flexible d´éspaces d´action, dont les acteurs, les ressources materielles es sociales forment
un réseau interrelié. Les structures économiques dépendent de la stabilité de ces relations. Les liens entre les acteurs ne sont pas caracterisés par leurs écarts métriques, mais par les res-semblances entre leurs
motifs et objectifs d´action. Il est alors inutile de distinguer entre un niveau ‘local’ et ‘global’. En plus, il se manifeste que les instruments néoliberals de l´adaptation économique ne
considèrent pas cette complexité structurale.
Dr. Christine Vogt, Institut für Geographie der Universität Innsbruck, Innrain 52, A - 6020 Innsbruck
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