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Heft 4/2000
Diskussionsbeiträge zum Artikel: Lethmate, Jürgen 2000: Ökologie gehört zur Erdkunde - aber welche? Kritik geographiedidaktischer Ökologien.
Ökologie gehört zur Erdkunde – aber welche? Kritischer Kommentar
Volker Wilhelmi (Mainz)
Mit großem Interesse habe ich den Beitrag gelesen. Er ist wahrlich dazu geeignet, eine längst fällige Diskussion über die Ausrichtung der
Geographiedidaktik in Gang zu setzen. Sicher stimme ich nicht mit allen Thesen überein, folgende Punkte scheinen mir wichtig:
Die Überbetonung (umwelt-) ethischer Aspekte als die Basis von Umwelterziehung, die zudem oft oberflächlich bis falsch und abstrus einbezogen werden,
ist abzulehnen; ihre sinnvoll-reflektierende Einbeziehung ist hingegen wichtig und als eine Basis für die Auseinandersetzung mit der Natur anzusehen.
Handlungsorientierung wird immer als wichtiges Prinzip beschrieben, dann aber weniger gern umgesetzt. Diese Praxisscheue der Geographie wird richtig
entlarvt! Nur nutzt es dann auch nicht, dabei zu verweilen. Vielmehr sind Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen, diese dann auch in den Lehrplänen und damit auch Lehrbüchern zu dokumentieren.
Es ist zu unterstützen, der Geoökologie zusammen mit Ethnoökologie als ökologisch-naturwissenschaftliche Dimension der Erdkunde mehr Gewicht zu
verleihen, was dann auch in Lehrbüchern zu dokumentieren ist.
Interessant und längst überfällig ist die Auseinandersetzung mit dem Wesen Mensch, seinen Fähigkeiten, besonders aber auch seinen Unfähigkeiten! Der
Blick in Richtung Evolutionstheorie ist wichtig und stellt so manche gerne vorgetragene Forderung an Schüler und Lehrer in Frage und somit die Moral des Widernatürlichen in den Mittelpunkt.
Nicht alle Beispiele sind so fragwürdig, wie sie vorgestellt wurden, auch die Indianer-Ökologie hat - bei angemessen kritischer Bearbeitung - ihren
Stellenwert. Beispiele der Geoökologie sollten dann auch aufgezeigt werden.
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